Rückrundenvorschau des Kreis-Anzeigers: Nach oben katapultiert!

SV Seemental startet mit Hit gegen Gedern in Restrunde

Die Fußballer des SV Seemental wollen in der am 1. März gleich mit dem Kracher gegen den FC Alemannia Gedern beginnenden Restrunde der Büdinger Fußball-Kreisoberliga gerne an die gute Form vor der Winterpause anknüpfen. Eine Erfolgsserie katapultierte den SVS auf den vierten Tabellenplatz – und eine ähnlich gute Platzierung erhofft sich der am Saisonende ausscheidende Spielertrainer Jannik Jung auch zu seinem Abschied. „Wir wollen schon gerne einen Platz unter den besten fünf Teams erreichen“, sagt der 27-Jährige. Für den Pädagogen wäre eine solche Platzierung angesichts des aktuell dünnen Kaders am Ende ein Riesenerfolg.

 

Für die Motivation in der Winter-Vorbereitung ist es gewiss kein Nachtteil, dass gleich am 1. März das prestigereiche Nachholspiel gegen den FC Alemannia Gedern auf dem Terminplan steht. In der Hinrunde luchste die Jung-Elf mit einer starken Leistung dem Meisterschaftsanwärter immerhin ein Unentschieden ab. „Im Prinzip liegt der Fokus in unserer Vorbereitung aber nicht vordergründig auf dem Gedern-Spiel, sondern es geht darum, Abläufe zu trainieren, um auch für die Spiele gegen die anderen Gegner gut gerüstet zu sein“, sagt Jung. Eine Ergebniskrise, wie sein Team im September ereilte, soll sich möglichst nicht wiederholen. „Nach den vielen Zu- und Abgängen im Sommer musste sich unser Team damals erst finden“, begründet der Spielertrainer den Stotter-Start. Mittlerweile sind die Integrationsprozesse längst abgeschlossen und da es im Winter beim Tabellenvierten keinerlei Zu- und Abgänge gab, kann Jung auf ein eingespieltes Team bauen. Viele Alternativen stehen dem jungen Coach nach dem längerfristigen Verletzungen von Björn Gniot (Schultereckgelenkssprengung) und Tom Beller (Außenbandriss) aber nicht zur Verfügung. Dass Torwart Simon Schneider und Christian Nickel weggezogen sind, verschärft die Personalsituation zusätzlich.

Lucas Schmidt im Testspiel gegen Bad Orb (Foto: FuPa)
Lucas Schmidt im Testspiel gegen Bad Orb (Foto: FuPa)

„Spieler aus der zweiten Mannschaft werden ihre Chance erhalten“, erzählt Jannik Jung. Schwarzmalen ist jedoch nicht angesagt, denn Qualität ist im Kader des SVS zweifelsfrei reichlich vorhanden. Dem in der Zentrale im Mittelfeld als Führungsspieler agierenden Rückkehrer Lucas Schmidt (zuvor Teutonia Staden) und dem treffsicheren Armin Bazmani Managhani (Phönix Düdelsheim) sind den Seementalern vor der laufenden Saison auf dem Transfermarkt zwei Glücksgriffe gelungen.

 

„Lucas ist einer der besten Sechser in der Liga, sehr spielintelligent und ein echter Teamplayer. Es macht viel Spaß mit ihm Fußball zu spielen“, so Jung. Mamaghani führt mit 15 Treffern auch die interne Torschützenliste des langjährigen Kreisoberligisten an. „Er ist technisch sehr versiert, auch wenn er taktisch noch dazulernen kann“, lobt Jung den jungen Iraner. Viele Spieler hätten sich zuletzt gut weiterentwickelt, exemplarisch nennt der Spielertrainer Philipp Merlin. „Unser Spiel mit und ohne Ball ist auf jeden Fall besser geworden“, freut sich Jannik Jung über Fortschritte.

 

Als besondere Höhepunkte bezeichnete der frühere Kapitän des SC Viktoria Nidda die Auswärtssiege bei Blau-Weiß Schotten, der FSG Ober-Schmitten/Eichelsdorf und der SG Hettersroth/Burgbracht – allesamt Konkurrenten aus der vorderen Tabellenhälfte. Auch dank dieser Siege hat sich der SV Seemental zur Winterpause direkt hinter dem Spitzentrio auf Rang vier festgesetzt. Am Ende gelang auf dem Kunstrasenplatz in Fischborn sogar ein 12:3-Kantersieg gegen den KSV Aulendiebach. Dabei war das Hinspiel beim Aufsteiger noch torlos ausgegangen.

 

Auch in der zweiten Saisonhälfte will er mit seiner Mannschaft ansehnlichen Fußball bieten und dann seinem Nachfolger Jörg Huwe, der kurioserweise auch sein Vorgänger war, ein bestelltes Feld überlassen. Die sportliche Zukunft von Jannik Jung ist derzeit noch ungeklärt. Dem Fußball wird der junge Lehrer bestimmt nicht verloren gehen, auch ein neuerliches Engagement als Übungsleiter schließt er nicht aus. Der SV Seemental war Jungs erste Station als Spielertrainer – direkt nach dem Rückzug des SC Viktoria Nidda aus der Verbandsliga Süd heuerte er im Sommer 2018 bei den Seemenern an, „Fakt ist jedoch, dass ich den Zeitaufwand eines allein verantwortlichen Trainers in naher Zukunft nicht mehr fahren kann“, berichtet der Offensivspieler.

 

Quelle: Kreis-Anzeiger vom 05.02.2020