Saisonvorschau Kreisoberliga Büdingen

SV Blau-Weiß Schotten steht hoch im Kurs / Ex-Gruppenligist VfR Wenings und KSV Eschenrod zählen ebenfalls zu den Favoriten

An diesem Samstag startet die Fußball-Kreisoberliga Büdingen in die neue Saison. Aufsteiger VfB Höchst/Nidder empfängt die FSG Altenstadt zum Derbykracher. Über ihre Rückkehr in die höchste Spielklasse freuen sich zudem die beiden Mitaufsteiger SV Phönix Düdelsheim (in Dauernheim) und TV Kefenrod (gegen Ortenberg). Bei der alljährigen Umfrage der Kreis-Anzeiger-Sportredaktion nach den Meisterschaftsfavoriten wurde mit Abstand der Dritte der Vorsaison, der SV Blau-Weiß Schotten, am häufigsten genannt. Stark eingeschätzt werden dazu Ex-Gruppenligist VfR Wenings und der KSV Eschenrod. Eine verschärfte Abstiegssituation wird in der hinteren Tabellenhälfte für Nervenkitzel sorgen, denn je nachdem wie viele Büdinger Kreisvereine aus der Gruppenliga Frankfurt Ost absteigen, kann es bis zu vier Kreisoberligisten treffen.

Neuzugänge des SV Seemental: George Popa, Marc Kneifl, Lars Jäger, Kevin Ballik, Jeremy Becker und Duran Aykac. Es fehlen: Mirko Neun, Dominic Höhl, Patrick Hoffmann, Marius Nagel und Marvin Fass
Neuzugänge des SV Seemental: George Popa, Marc Kneifl, Lars Jäger, Kevin Ballik, Jeremy Becker und Duran Aykac. Es fehlen: Mirko Neun, Dominic Höhl, Patrick Hoffmann, Marius Nagel und Marvin Fass

 

Aus freien Stücken hat sich der VfR Wenings für einen Startplatz in der Kreisoberliga Büdingen entschieden. Trotz eines Abstiegsplatzes hätten die Grün-Weißen dank der Aussetzung der Abstiegsregel weiterhin in der Gruppenliga Frankfurt Ost spielen können, entschieden sich aber hinsichtlich des dünnen Kaders dagegen. Trotz einiger Abgänge stehen VfR-Spielertrainer Adrian Ionescu weiterhin starke Akteure wie Constantin Toba, Radu Bumbar oder Darius Rogozinaru zur Verfügung, weshalb der VfR nach dem SV Blau-Weiß Schotten auch am zweithäufigsten von den befragten Mitkonkurrenten auf den Favoritenschild gehoben wurde. „Die Corona-Lage ist für die Vereine schwierig, das Hygienekonzept für die Vereine schwer umzusetzen. Irgendwie fehlt die große Freude, dass der Fußball beginnen wird“, sagt der VfR-Vorsitzende Stephan Wiegers nachdenklich. Im Jahr des eingeleiteten Umbruchs sollen in erster Linie Spieler aus dem Juniorenbereich in die Kader der beiden Seniorenmannschaften integriert werden. Als Titelanwärter sieht Wiegers das eigene Team daher nicht. Eine gute Runde spielen und möglichst unter den besten fünf Teams landen, lautet seine Zielsetzung.

 

Der SV Blau-Weiß Schotten startet mit einem nahezu unveränderten Team in die neue Runde und zählt nach einer starken Vorsaison zu den Favoriten. „Klar sind wir Dritter geworden und Nidda und Gedern als vor uns platzierte Teams aufgestiegen. Das allein macht uns aber nicht automatisch zur Nummer eins. Man muss immer dran denken, wo der Verein drei, vier Jahre vorher stand. Natürlich würden wir wieder gerne vorne mitspielen, doch dafür muss bei uns alles passen“, versucht Schottens Trainer Christoph Barschtipan den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen. Die Voraussetzungen am „Bockzahl“ sind jedoch gut. Qualität und Quantität im Kader passen. Froh ist Barschtipan, dass ihm sein Vorgänger Sebastian Reutzel künftig als Co-Trainer zur Verfügung steht. „Sebastian ist ein großer Taktiker, das passt sehr gut“, sagt Barschtipan. Der Coach hofft, dass bei Spielmacher Dario Moser die in der Vorbereitung aufgetretene Bänderverletzung keine langwierige Geschichte wird, denn der offensivstarke Moser spielt in seinen Überlegungen eine entscheidende Rolle. Zufrieden sind Barschtipan und Reutzel mit der Trainingsbeteiligung. „Nur einmal waren im Trainer unter 20 Leute, das ist stark“, meint der Übungsleiter, der am Mittwochabend mit seinem Team Viktoria Nidda aus dem Pokal warf und das Finalticket buchte.

 

Beim SV Seemental hat sich in der Sommerpause einiges getan. Einige Spieler haben den Verein verlassen, vielversprechende Neuzugänge sollen diese aber kompensieren. Auf der Trainerbank sitzt nun wieder der erfahrene Jörg Huwe, der seinen Nachfolger als SVS-Trainer, Jannik Jung, nach dessen Wechsel zum FCA Gedern wieder beerbt hat. „Ich denke, wir haben eine gute Mannschaft“, sagt Huwe und verweist auf einen mit 16 Spielern ausgeglichen gut besetzten Kader, der mit talentierten Jugendspielern noch gut ergänzt worden ist. Runderneuert ist die Offensive. Nach den Abgängen von Jannik Jung (Gedern), Armin Bezmani Mamagani (Marköbel) und Sven Gniot (Altenstadt) muss die Sturmreihe neu formiert werden. Kevin Ballik (Düdelsheim) und Jeremy Becker (TV Kefenrod) gelten als Kandidaten. Mit Marc Kneifl und Dominic Höhl wurde zwei Seemener von der SG Grebenhain/Bermuthshain verpflichtet, die in den vergangenen Jahren schon höherklassig für Viktoria Nidda gespielt haben. „Unsere Mannschaft muss sich erst finden, doch im vorderen Bereich wollen wir schon mitspielen. Meine Mannschaft soll Spaß am Fußball haben und nur schwer zu schlagen sein“, erklärt SVS-Trainer Huwe. In der vergangenen Spielzeit landete der SV Seemental auf Rang vier.

In den zurückliegenden Spielzeiten hat sich die FSG Ober-Schmitten/Eichelsdorf in der Spitzengruppe der Kreisoberliga etabliert. Auch heuer möchte die Spielgemeinschaft aus den Niddaer Stadtteilen wieder eine gute Rolle spielen und möglichst in der Spitzengruppe mitmischen. Große Veränderungen hat es im von Spielertrainer Ferdijan Idic betreuten Aufgebot nicht gegeben. „Wir wollen wieder im vorderen Drittel mitspielen, so eine Platzierung um Platz fünf herum wäre okay“, meint der Sportliche Leiter Jürgen Schmidt. In den Testspielen vor dem Pflichtspielstart gab es ein paar verletzte Spieler zu beklagen, doch Schmidt nennt eine viele größere Sorge: „Das Allerwichtigste, und das unabhängig von irgendwelchen Platzierungen, wird sein, dass die Saison diesmal regulär gespielt werden kann. Eine neuerliche monatelange Unterbrechung würde nicht nur bei den Spielern zu Motivationsverlusten führen, sondern würde viele Vereine auch schwer belasten, weil es dann immer problematischer wird, ein für den Spielbetrieb notwendiges Umfeld an Helfern zusammenzubekommen.“

 

„Wir müssen einige Abgänge verdauen“, lässt Bernd Göth, Vorsitzender der SG Hettersroth/Burgbracht, durchblicken, dass seinem Verein eine kompliziertere Runde als zuletzt drohen könnte. In der abgelaufenen Saison bewegten sich die Birsteiner ausschließlich im sicheren Fahrwasser und wurden nach dem Saisonabbruch auf einem starken sechsten Tabellenplatz gelistet. Ex-Torjäger Matthias Dankiewitsch leitet nun die B-Ligakicker der KSG Wüstwillenroth/Lichenroth an, während Rückhalt Mirco Neun jetzt das Tor des SV Seemental hütet. Hauke Schneider ist berufsbedingt nach Heilbronn verzogen. „Er hat dort einen neuen Verein gefunden, kann aber möglicherweise mit einem Zweitspielrecht weiter für uns spielen“, berichtet Göth. In der Offensive bleiben die Wismer-Brüder trotz teilweise eingeschränkten Trainingspensums Fixpunkte in den Überlegungen des neuen Trainers Gerd Deckenbach. Göth hofft auf einen guten Saisonstart. „Wir wollen die Punkte für den Klassenerhalt so schnell wie möglich einfahren“, betont der langjährige SG-Funktionär.

 

Auch wenn mit Justin Lohrey der Toptorjäger der vergangenen Fußball-Saison den KSV Eschenrod in Richtung FC Alemannia Gedern verlassen hat, werden die Vogelsberger von vielen Konkurrenten als einer der Anwärter auf die Meisterschaft gesehen. „Mit der Vorbereitung bin ich eigentlich zufrieden, wir haben eine gute Trainingsbeteiligung gehabt. Die Spiele verliefen wechselhaft, doch wir haben aber auch viel ausprobiert“, berichtet KSV-Trainer Kai Möller. Verletzte Spieler sind im Lager der Vogelsberger zu beklagen. Am schlimmsten hat es Thorsten Weldert mit einem Kreuzbandriss erwischt. Auch in dieser Spielzeit sollen beim KSV wieder junge Spieler integriert werden. „Die Stimmung ist generell gut. Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz erreichen und am liebsten im vorderen Drittel landen“, erzählt der in Wöllstadt lebende lizenzierte Trainer.

 

In der vergangenen Saison spielte die SG Wolferborn/Michelau/Bindsachsen eine gute Rolle und war in der Tabelle trotz einer vorsichtigen Zielsetzung, die Klassenerhalt hieß, fast ausschließlich in der vorderen Tabellenhälfte zu finden. Trainer Markus Sinner hätte gewiss nichts dagegen, wenn sich dieses Szenario wiederholt, den seine Mannschaft hat zwei Leistungsträger verloren. Mit den Brüdern Christian und Tobias Mäser haben zwei langjährige Stützen die Dreierspielgemeinschaft verlassen. Tobias Mäser wagt als Co-Trainer des SV Rainrod den Einstieg ins Trainergeschäft, sein jüngerer Bruder Christian möchte bei der SG Marköbel Gruppenligaluft schnuppern. „Unser Ziel kann nur Klassenerhalt lauten“, meint Sinner, der mit Ronny Steinbeck einen alten Hasen als Verstärkung für das Mittelfeld aus dem Hut gezaubert hat. „Eigentlich wollte Ronny nur ein bisschen bei uns in der zweiten Mannschaft kicken, doch aktuell tut er uns enorm gut“, meint der SG-Coach. Dass dem letztjährigen Kapitän Sebastian Kempf wegen eines Knorpelschadens eine längere Pause droht und auch Marcel Kleer aktuell nicht einsatzfähig ist, findet Sinner dagegen suboptimal.

 

Der prominenteste Neuzugang der SG Nieder-Mockstadt/Stammheim sitzt auf der Trainerbank. Mit dem früheren Hessenligaspieler Albert Repp zogen die Verantwortlichen der Florstädter einen erfahrenen Mann als Nachfolger des langjährigen Spielertrainers Sascha Bingel (nun TSV Dorn-Assenheim) an Land. Auch wenn der eine oder andere Abgang in der Sommerpause zu verzeichnen war, ist das Team im Kern zusammengeblieben. Neu aufstellen muss sich die Repp-Elf auf der Torwartposition, da Stamm-Keeper Tobias Kling zu den Sportfreunden Oberau gewechselt ist und auch Aushilfstorhüter Sascha Bingel nicht mehr da ist. Mario Rucco und Christian Nagel heißen neben Nico Hofmann die beiden neuen Torleute. Aktuell, so lässt Albert Repp durchblicken, habe Hofmann aufgrund guter Leistungen die Nase vorne. Der neue Trainer ist nach wenigen Wochen im neuen Club angetan und freut sich auf sein erstes Engagement in der Büdinger Kreisoberliga. „Es ist sehr gut angelaufen. Wir haben häufig 27 bis 30 Leute im Training, damit hatte ich nicht gerechnet. Die Euphorie ist groß und auch das Umfeld ist sehr engagiert“, zeigt sich Repp positiv überrascht. Sportlich will er so schnell wie möglich die richtige Mischung finden, damit sein Team – wie vom SG-Vorstand erhofft – eine gute Runde spielen und das Ergebnis der Vorsaison (Platz neun) entsprechend verbessern kann.

 

„Besser abschneiden als in der Vorsaison“ lautet das Vorhaben der FSG Altenstadt. Heißt im zweiten Jahr nach dem Aufstieg möchte sich Spielertrainer Timo Schneider mit seinem Team vom Abstiegskampf fernhalten. Dies gelang in der vergangenen Saison aufgrund einer eklatanten Auswärtsschwäche nicht, doch im Lager der FSG sind die Verantwortlichen guter Dinge, dass das in der ersten Kreisoberligasaison seit vielen Jahren gezahlte Lehrgeld auch Lerneffekte gebracht hat. „Wir gehen die Saison erwartungsfroh an, weil wir es geschafft haben, uns mit Björn Gniot, Mario Riedel und Engin Akgün punktuell zu verstärken. Sie können vorhandene Lücken schließen, das haben die Testspiele unter Beweis gestellt“, so Schneider. In den Vorbereitungsspielen sah er seine Truppe spielerisch wie kämpferisch stets auf Augenhöhe und ist deshalb für den Saisonstart, der für die FSG gleich das Derby bei Aufsteiger VfB Höchst/Nidder bietet, optimistisch. „Ich sehe uns gut gerüstet. Nicht nur für das Derby, sondern für die gesamte Saison“, meint Timo Schneider.

 

Mit dem Erreichen des Klassenerhalts hat sich der FC Germania Ortenberg ein bescheidenes wie realistisches Ziel gesetzt. Der beste Torschütze der vergangenen Saison, Björn Reichert, sucht beim Gruppenligisten SG Marköbel eine neue Erfahrung, sein Abgang wird über das Kollektiv aufgefangen werden müssen. Mannschaftliche Geschlossenheit und eine gute Kameradschaft zeichnen die Gelb-Schwarzen aus und darauf baut auch Trainer Benjamin Böning. Von der SG Nieder-Mockstadt/Stammheim kehrte der auf den defensiven Positionen vielseitig einsetzbare Christian Steiper zurück. Mit dem Engagement seiner Spieler in der Vorbereitung war der Übungsleiter zufrieden, wenngleich verletzungsbedingte Ausfälle der Offensivspieler Peter Kern und Lennart Hausner den Saisonstart nicht einfacher machen. „Unser kleiner Kader hat in der Vorbereitung gut mitgezogen, jetzt gilt es in den Spielen das nötige Selbstvertrauen aufzubauen. Dazu müssen wir Fehler im Aufbauspiel abstellen und hinten sicher stehen“, sagt Böning. „Es gibt in diesem Jahr einige Mannschaften, die mit uns auf Augenhöhe sind, in diesen Partien muss gepunktet werden“, ergänzt der Trainer, der aufgrund der dünnen Personaldecke weiterhin selbst die Schuhe schnüren wird und mit seiner Erfahrung für Gefahr vor den gegnerischen Toren sorgen will.

 

In der abgelaufenen Saison verkaufte sich der FSV Dauernheim unter Wert und musste sogar um den Klassenerhalt bangen. Zu Höchstleistungen lief die Mannschaft von Trainer Michael Dietrich dagegen im Kreispokal auf, was mit dem Finaleinzug belohnt wurde. „Mit dem Verlauf der Vorbereitung bin ich soweit zufrieden. Sowohl die Trainingsbeteiligung, als auch die Leistungen in den Testspielen waren zufriedenstellend. Als Highlight in der Vorbereitung ist das Pokalhalbfinale gegen Wenings zu nennen. Hier hoffe ich, dass uns die bevorstehende Finalteilnahme auch zusätzlich für die Punktrunde Selbstvertrauen gibt“, so Dietrich. Die Neuzugänge Jonas Staub, Tim Fischer und Ron Paepke haben in der Vorbereitung einen guten Eindruck hinterlassen, ebenso auch die Jugendspieler Jannis Klomfaß und Finn Treuer. Der Abgang von Raphael Reiß (zum A-Ligisten SV Rainrod) schmerzt hingegen, denn Reiß war in der Vorsaison torgefährlichster Spieler der Dauernheimer. „Da auch Fabian Michel und Sören Haust zukünftig etwas kürzer treten wollen, werden wir auch in der neuen Saison auf einen nicht allzu breiten Kader zurückgreifen können. Daher wird das Saisonziel Klassenerhalt auch in der neuen Saison das oberste Ziel sein, den es mit einem starken Teamgeist zu realisieren gilt“, erläutert Michael Dietrich.

 

Beim KSV Aulendiebach endete die Ära von Aufstiegstrainer Christoph Werner. Jürgen Niedenthal (zuletzt SV Altwiedermus) hat das Ruder übernommen und will mit dem Aufsteiger der Vorsaison so früh wie möglich den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen. Dazu hat der erfahrene Coach von seinem Ex-Verein einige neue Spieler mitgebracht. „Die Vorbereitung ist bei uns gut verlaufen. Die Testspiele waren dazu da, dass sich das Team findet und die Neuzugänge integriert werden. Alle ziehen gut mit und wir sehen uns für unseren schweren Saisonstart gewappnet“, erläutert der Spielausschussvorsitzender Leandro Theis. Was Hoffnung macht: Kevin Scheller und Dominik Günther haben ihre langwierigen Verletzungen auskuriert und konnten die Vorbereitung komplett durchziehen. Eine starke Offensivreihe mit Michael Adomeit und Daniel Bauer könnte ein entscheidender Trumpf im Kampf um den Ligaverbleib sein.

 

In den vergangenen Jahren erarbeitete sich der SV Ranstadt in der Kreisoberliga Büdingen den Ruf eines „unabsteigbaren“ Teams. Manchmal waren es glückliche Umstände, wie zuletzt der Saisonabbruch ohne Absteiger oder vor zwei Jahren der Rückzug des SC Viktoria Nidda, die den SVR vor der Rückversetzung in die Kreisliga A bewahrten, häufiger jedoch Aufholjagden aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung heraus. Mittlerweile im zehnten Jahr sind die Ranstädter in der höchsten Spielklasse des Kreises angesiedelt – und das soll auch nach der Ära von Langzeittrainer Joachim Weis so bleiben. Mit Maciej Wolodczenko hat ein alter Bekannter im Laisbachtal die Nachfolge von Weis angetreten. Wolodczenko spielte bereits vor einigen Jahren beim Büdinger Kreisoberligisten und bringt in seiner polnischen Heimat gesammelte höherklassige Erfahrung ein. „Die Mannschaft macht einen guten und vor allem fitten Eindruck“, meint der Vorsitzende Gerhard Herche und führt dies auf hohen Trainingsfleiß in den vergangenen Wochen zurück. Da mit Oliver Haas ein lange Zeit verletzter Akteur die Abwehr stabilisieren kann und mit Darian Zepter und Basiel Jembere zwei hochtalentierte Nachwuchsspieler die Abgänge von Jonas Staub und David Tokarenko kompensieren sollen, hoffen die Verantwortlichen diesmal auf eine bessere Platzierung und keinen Daueraufenthalt im Tabellenkeller. „Wir wollen mit dem Abstiegskampf erst gar nichts zu tun haben“, unterstreicht Herche.

 

Als Tabellenerster der abgebrochenen A-Ligasaison marschierte der VfB Höchst/Nidder über die Ziellinie. Das Kreisoberliga-Comeback nach mehreren Jahrzehnten Abstinenz löst im Altenstädter Gemeindeteil eine große Euphorie aus. Der Kader ist gut besetzt und mit einem 2:1-Sieg in der ersten Kreispokalrunde beim SV Seemental setzte der Neuling auch schon gleich eine Duftmarke. Mit insgesamt elf Neuzugängen will sich der VfB für die neue Herausforderung rüsten. „Wir haben in der Corona-Zwangspause im administrativen Bereich unsere Hausaufgaben gemacht und zugesehen, dass wor eine kreisoberligataugliche Mannschaft zusammenstellen. Mit den Neuen wollen wir die mannschaftliche Geschlossenheit stabil halten“, erzählt Spielertrainer Christopher Knoblauch. Dass einige Positionen innerhalb des Kaders doppelt oder gar dreifach besetzt sind, freut ihn als Trainer natürlich, da somit für einen ordentlichen Konkurrenzkampf gesorgt ist. Das offizielle Saisonziel lautet Klassenerhalt. „Ich schätze die Kreisoberliga Büdingen in dieser Runde sehr ausgeglichen besetzt ein und traue meinen Jungs einiges zu“, hofft Knoblauch, dass dem Pokalcoup in Ober-Seemen weitere Überraschungssiege folgen werden.

 

Aufsteiger SV Phönix Düdelsheim ließ in der Sommerpause mit einer „Transferoffensive“ aufhorchen. Die Intention leuchtet ein. Anders als nach dem vorherigen Aufstieg wollen die Phönix-Kicker diesmal nicht gleich erneut wieder absteigen, sondern sich im Büdinger Oberhaus gemäß der hohen Tradition des Vereins als feste Größe etablieren. „Ich bin eher ein Freund offensiver Ziele, daher sage ich, dass wir einen guten Mittelfeldplatz anstreben“, erläutert Coach Andreas Sommer. Dass der von der SG Marköbel zurückgeholte Angreifer Marvin Schneider nach latenten Knieproblemen auf einem guten Weg ist und auch im Pokal gegen Ulfa/Langd beim 6:0-Sieg als doppelter Torschütze in Erscheinung trat, freut die Anhänger des SV Phönix. Ohne Sorgen ist die Vorbereitungsphase des Aufsteigers aber nicht geblieben, denn die Rückkehrer Terence Renner und Robin Sommer plagen sich mit Verletzungen herum und zuletzt erwischte es auch noch Lukas Moses. Spielerische Qualität im Kader ist aber vorhanden, so dass der Optimismus der Düdelsheimer Verantwortlichen nicht unbegründet ist.

 

Unverhofft und als letztes Team rückte der TV Kefenrod als Tabellendritter ins Büdinger Oberhaus. Nach dem vollzogenen Saisonabbruch sorgte die Entscheidung des Hessischen Fußball-Verbandes, wonach auch die Teams auf den Relegationsplätzen aufsteigen dürfen, innerhalb der jungen Truppe der 08er für Freude. „Wir hatten uns eigentlich schon mit einem weiteren Jahr in der A-Liga abgefunden“, sagt Kefenrods Vorsitzender Manfred Sinner. Mit dem Aufsteiger kehrt ein alter Bekannter in die Kreisoberliga zurück, denn bis zum Abstieg im Jahr 2019 spielte der TV Kefenrod ununterbrochen in der höchsten Büdinger Liga. Und der TV Kefenrod ist zurückgekommen, um zu bleiben. „Das Ziel heißt Klassenerhalt, doch wir wissen, dass es schwer wird, weil viele Absteiger drohen“, mahnt Sinner. Trainer Mario Anthis kann in seinem dritten Amtsjahr auf eine eingespielte Truppe setzen. Bis auf Stürmer Jeremy Becker (zum SV Seemental) ist das Team zusammengeblieben. Enrique Navarette kam von der SG Hettersroth/Burgbracht und soll das Mittelfeldspiel des Neulings beleben.

 

Quelle: Kreis-Anzeiger vom 04.09.2020